Thinning the Kiwifruit

Wenn du die richtigen Menschen um dich hast,

macht selbst die härteste Arbeit und Leben im Dreck Spaß!

 

Dieses Zitat beschreibt mein Leben hier in Neuseeland momentan wirklich gut. Ich befinde mich hier auf einer kleinen Farm. Da ich einen Job auf einer Kiwi Plantage habe, können die Mitarbeiter in diesem Hause wohnen. Vor einer Woche lebten ungefähr 15  Menschen hier. Mittlerweile sind wir nur noch zu fünft. Ich kann verstehen, dass die anderen hier nicht sehr gerne ihre Zeit verbringen. Wenn das Wasser zum Duschen nicht gerade ausfällt gibt es oft nur kaltes. An den Wänden ist Schimmel und der Geruch lässt auch zu wünschen übrig. Dennoch haben wir uns heute, nach genau drei Wochen wirklich daran gewöhnt und so komisch es auch klingt, uns gefällt es hier mittlerweile echt gut, wir haben alles was wir brauchen und so schnell werden sie uns nicht mehr los.

 

>>>Kiwifruitthinning<<<

Die Arbeit auf der Kiwi Farm ist sehr anstrengend. Wieso wir uns das freiwillig antun, 9 Stunden am Tag durchgehend beide Hände auszustrecken und nach oben zu sehen, sodass man tierische Schmerzen im Nacken und Rücken bekommt? Weil wir Geld brauchen und Kiwis hier in Neuseeland das klassische Anbaugut sind. In meinen Augen muss da jeder Backpacker mal durch. Da man bei Regen nicht arbeiten darf, hatten wir unsere ersten beiden Arbeitstage frei. Am dritten Tag ging es dann direkt los. Unsere indischen Supervisors gingen die Arbeit mit strengem Ton an. “Speed up Guys” “Hurry up” “You can talk with your mouth, but work with your hands” “It’s not a playground” “don’t talk, just enjoy” all diese Sprüche dürfen wir uns täglich anhören. Unsere Aufgabe ist das Fruit thinning, also das Ausdünnen der Früchte. Das heißt alle unförmigen Kiwis, flache oder welche mit Höckern zu entfernen. Man kann sich vorher gar nicht vorstellen wie viele Kiwis dort wachsen. Aber jetzt weiß ich, dass nach unserem thinning ca. 65 Stück pro qm übrig sein sollen, also wahnsinnig viel Geld, das da in den Orchards hängt. Außerdem muss die Zahl der Kiwis an die Astlänge und Blätteranzahl angepasst werden – erfordert also anfangs doch etwas Konzentration und Geduld.

Leider haben Annie und ich mit unserer Größe auch nicht das beste Los gezogen. Zu Beginn hatten wir Stelzen, die uns das Arbeiten erleichtert haben, aber da Annie mindestens genauso verplant ist wie ich, haben wir diese Stelzen nach nur wenigen Tagen irgendwo in einem Kiwi Feld liegen lassen und nie mehr wieder gefunden. Die Supervisors werden von Tag zu Tag freundlicher und auch die Arbeit wird entspannter. Oft halten sie uns sogar von der Arbeit ab, weil sie sich unterhalten wollen. Außerdem haben wir herausgefunden, dass die Meisten von ihnen erst so alt sind wie ich. Wegen unserer Größe machen sie sich oft lustig über Annie und mich aber meistens sind sie dann so nett und geben uns Jobs, die nicht ganz so anstrengend sind, irgendwo am Ende der Kiwi Plantage. Eigentlich arbeiten wir 7 Tage in der Woche. Wir können uns aber jederzeit einen “Day off” nehmen.

Vor zwei Tagen haben wir unseren ersten Lohn bekommen, davon sind wir gestern nach gefühlten 2 Jahren mal wieder richtig Essen gegangen. Wirklich eine schöne Abwechslung zu Instantnudeln und Toast.

Am schönsten sind aber immer noch die freien Tage, so wie heute, an denen wir uns das wunderschöne Land ansehen können. Heute haben wir uns die Kaiatefalls in Waiato angesehen.

 

Eine schöne Zeit euch!!

Bis bald!

Monja

3 thoughts on “Thinning the Kiwifruit

  1. Hey Monja,machst dich gut an den kaiatofalls😀,kiwi thinning auf Stelzen ist gut, würde eher sagen, sehen aus wie Hufe 😂, hoffentlich hat’s dir beim Essen gehen für dein sauer verdientes geld richtig gut geschmeckt,bis demnächst, Gruß aus Unterfranken, Bianca

  2. Hallo Monja,
    ich finde es faszinierend, was sie alles machen und mit welcher Freude und Energie sie an die Sachen ran gehen. Weiter so!!!
    Jonas und ich waren heute, Dienstag 30. Oktober 2018, im Kiga und waren etwas wehmütig. Mona und Christian haben sich total gefreut aber etwas fehlte.
    Die Kinder, die noch da waren, haben Jonas umgerannt und ganz doll gedrückt.
    Mona meinte, er könnte ruhig öfters mal vorbeischauen und auch mal länger da bleiben. Vielleicht schaffen wir es zum St. Martin – Laternenumzug am 09. November.
    In diesem Sinne – weiterhin viel Glück, alles Gute und Spaß an der Arbeit und am Feiern 😉.
    Herzliche Grüße
    Jonas & Anita
    P. S. Jonas vermisst sie sehr 😔

    1. Hallo Anita, Hallo Jonas,

      danke, für diese liebe Nachricht. Ich muss sagen, trotz meiner wunderschönen Zeit hier in Neuseeland denke ich sehr oft an meine Zeit in der Kita zurück und vermisse es Zeit mit den Kindern, aber auch mit den Kollegen zu verbringen. Ganz liebe Grüße an Jonas. Ich hoffe er hat sich gut in der Schule eingelebt. Ich freue mich die Kinder nächstes Jahr wieder zu sehen.

      Monja

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